top of page

Die Malediven - Immer noch ein Sehnsuchtsziel?

  • janetkittelmann
  • 17. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit


Filitheyo Island, Faafu-Atoll (Nord-Nilandhe-Atoll), Malediven



Türkisblaues Wasser, puderzuckerweißer Sand und bunte Korallenriffe – kaum ein Reiseziel steht so sehr für den Inbegriff von Paradies wie die Malediven. Bei unserem Besuch auf Filitheyo Anfang Dezember 2025 stellte sich für uns die Frage: Ist dieses Paradies noch intakt – oder lebt es vor allem von seinem Image?


Es ist unser dritter Besuch auf den Malediven und wir haben gewisse Hoffnungen und Wünsche mitgebracht. Ausgesucht haben wir uns dafür die Insel Filitheyo im Faafu-Atoll. Als einzige Touristeninsel im gesamten Atoll ist sie eine Besonderheit auf den Malediven und verspricht

Ruhe, Erholung und vor allem unberührte Riffe.



Die Insel Filitheyo

Filitheyo ist eine vergleichsweise große Insel, geprägt von üppiger, grüner Vegetation, alten Dschungelbäumen und hohen Palmen. Die Anlage wirkt gepflegt und sauber. Unterkünfte gibt es in verschiedenen Kategorien: Beach Bungalows (Superior und Deluxe) und Water Bungalows (für Erwachsene).


Wir haben uns bewusst für Halbpension (HP) entschieden – und im Vergleich zu All Inclusive (AI) einiges gespart. Und dies, obwohl wir zusätzlich täglich im A la Carte-Restaurant zu Mittag gegessen haben. Freizeitangebote wie Ausflüge, Spa, Tauchen, Fitness oder Yoga lassen sich flexibel hinzubuchen. Die Insel ist eine klassische Barfußinsel, allerdings kann man sie nicht mehr vollständig umrunden, da an einigen Stellen der Strand stark abgetragen ist.


Zur Infrastruktur gehören ein großes Hauptrestaurant, eine Sunset-Bar mit Infinity-Pool, ein Coffee-Shop, ein Souvenir-Shop, ein Juwelier, eine Bücherei, ein Spa, die Tauchschule und der Hafen. Außerdem gibt es einen Inselarzt, der an mehreren Tagen in der Woche vor Ort ist. Das Buffet war geschmacklich gut, mit ordentlicher Vielfalt und Abwechslung. Es bot viele Stationen (BBQ-Station, Egg-Station, Kebab-Station...) und Bars (Sushi-Bar, Fruit-Bar, Salad-Bar...) auf einer großen Fläche, sodass keine Staus entstanden sind und jeder schnell zugreifen konnte. Der Tisch wird am ersten Abend zugewiesen und verbleibt für den gesamten Aufenthalt.


Das Publikum war hauptsächlich deutschsprachig, überwiegend strand-, pool- und schnorchelaffin, allerdings auch mit einer ausgeprägten „Handtuch“-Mentalität.




Tauchen auf Filitheyo

ZUSTAND DER RIFFE


Die inneren Riffe des Atolls zeigten ein durchwachsenes Bild. Zwar gibt es durchaus farbenfrohe Spots, diese sind jedoch spärlich gesät. Große Bereiche bestehen aus nacktem Fels, Korallenschrott und weißen, versandeten Riffhängen – traurige Überreste einst lebendiger Korallen.

Große Fischschwärme waren selten. Vereinzelt sahen wir einen Hai oder eine Schildkröte,

dafür aber viel Kleinfisch wie Riffbarsche, Füsiliere und zahlreiche Kinderstuben.


KLIMAWANDEL & EL NIÑO – DIE UNSICHTBAREN ZERSTÖRER


Der Klimawandel ist auf den Malediven längst angekommen. Steigende Meerestemperaturen und der Meeresspiegelanstieg setzen den flachen Atollen zu. Die Korallenriffe, extrem empfindlich gegenüber Temperaturveränderungen, leiden besonders. Das Wetterphänomen El Niño verschärft die Situation zusätzlich. Während starker El-Niño-Phasen erwärmt sich das Oberflächenwasser im Indischen Ozean stark – mit fatalen Folgen: Korallenbleichen, abgestorbene Riffe und großflächig weiße Korallenskelette, die langsam zu Sand zerfallen. Genau dieses Bild hat uns unter Wasser immer wieder begleitet.






HAUSRIFF


Das Hausriff von Filitheyo verfügt über sieben Einstiege und ist insgesamt gesehen intakt.

Es dominieren Hartkorallen, ergänzt durch einzelne wunderschöne Prachtanemonen mit Clownfischen. Auch schön: die gelben Weichkorallen bei Einstieg 7. Dennoch wirkte das Riff stellenweise etwas monoton, da es an flächiger Farbenpracht fehlt. Wer farbenexplosive Riffe erwartet, könnte enttäuscht sein – wer genau hinschaut, entdeckt jedoch viel Leben im Detail.



Farbtupfer im Riff


Ein Schwarm Neon-Füsiliere zieht vorbei







BEGEGNUNGEN


Das Hausriff bietet eine große Artenvielfalt:


Schildkröten

Adlerrochen

Haie (Schwarzspitzen-, Weißspitzenriffhaie, Silberspitzenhai, Ammenhaie)

Napoleonfische

Papageifische, Süsslippen, Zackenbarsche

Drückerfische, u.a. einige Titandrücker

Oktopusse, Muränen

Kaiser-, Koffer- & Kugelfische

Unzählige Riffbarsche

Schwärme von Füsilieren, Schnappern, Sardinen, Sardellen

Thunfisch & Makrelen

Nacktschnecken & Seesterne

Und nicht zu vergessen: zwei Wracks in ca. 30 m Tiefe.


Auch über Wasser kommen Tierfreunde auf ihre Kosten – insbesondere Katzen- und Reptilienliebhaber.






DIE TAUCHBASIS – PROFESSIONELL, MODERN, PREISINTENSIV





An der Tauchbasis gab es absolut nichts zu beanstanden. Das Team war sehr freundlich, mehrsprachig und professionell – wir fühlten uns jederzeit sicher und gut betreut. Es stehen zwei Tauchboote zur Verfügung, getrennt nach Anfänger- und Fortgeschrittenenniveau.

Nitrox ist kostenlos.

Mitte November erfolgte ein Wechsel von Werner Lau Diving Center zum Filitheyo Dive Center, das nun direkt vom Resort betrieben wird. Wir waren rund zehn Tage nach der Übernahme vor Ort und tauchten mit brandneuer ScubaPro-Ausrüstung (wir liehen Jacket & Atemregler).


Preislich bewegt sich das Tauchen allerdings auf gehobenem Niveau – tatsächlich war es das teuerste Tauchen unserer bisherigen Karriere.


⚠️ Wichtig: Eine Tauchboje ist Pflicht auf den Malediven. Jeder Taucher muss bei jedem Tauchgang eine mitführen und idealerweise auch unter Wasser setzen können.



Ein Schwarm Pyramiden-Falterfische


Titandrücker an der Putzer-Station


Ein Schwarm Orientalische Süsslippen am Hausriff


Tipps

eSIM vorab besorgen (ca. 40 €). WLAN im Resort ist teuer: 120 US$ pro Woche und Gerät


Tauchboje mitnehmen (Pflicht! Kann geliehen werden)


Unbedingt am Hausriff tauchen – lohnt sich!


Fazit

Als wir die Riffe rund um Filitheyo erkunden konnten, traf uns die Realität des Klimawandels mit voller Wucht. Große Teile der Riffe sind stark beschädigt. Die Korallenskelette, Überbleibsel wiederholter El-Niño-Ereignisse seit 2016, zerfallen langsam zu Sand. Das anzusehen, fällt schwer.

Das Hausriff von Filitheyo ist lebendig und artenreich: Haie, Schildkröten und viele Fische inklusive, doch die Farbe im Riff fehlte uns. Auch der Strand hat sichtbar gelitten und zeigt eindrücklich, wie sehr sich die Inseln verändern.

Während unserer Flüge über die Atolle sahen wir stellenweise hohe Bautätigkeit. In die Malediven wird gut investiert, Hochhäuser sind geplant und weitere Luxusresorts entstehen auf noch unbebauten Inseln. Dafür werden kleinere Inseln, die beispielsweise keine Wasserbungalows aufweisen, mangels Profit aufgegeben.


Es war sehr schön, nach langer Zeit mal wieder in diesem Inselparadies gewesen zu sein.

Und das ist es nach wie vor – doch es verändert sich langsam aber kontinuierlich. Wer absolute Erholung sucht und an traumhaften Stränden vor türkisblauem Meer happy ist, dem können wir die Malediven immer noch uneingeschränkt als Inselparadies empfehlen.



Hier geht's zum FOTOBUCH und Reisebericht Malediven/Filitheyo






Hat dich das Malediven-Feeling gepackt? Schreibe mir gern in den Kommentaren!



 
 
 

Kommentare


bottom of page